11. September 2016

11. September 2001

Wo wart ihr, als die Welt anhielt?

Ich war gerade aus den USA zurückgekommen und saß an meinem Schreibtisch und arbeitete an einem Buch, als meine Freundin anrief: "Gott sei Dank. Du lebst!"
"Warum soll ich denn nicht leben?"
"Ich dachte, du bist vielleicht in Amerika."
"Ja und?" Ich hatte noch keine Nachrichten gehört.
"Mach mal schnell den Fernseher an."
Und dann erfuhr ich es. Und von da an, war die Welt nicht mehr die, die sie war. Und Amerika - und wir alle - hatten unsere Unschuld verloren.

Tragödien wie diese erinnern uns daran, was wirklich wichtig ist.

1. September 2016

Rezension: Wildnis Yellowstone (DVD & Blue-ray)

Wildnis Yellowstone
Im Wechsel der Extreme
DVD & Blue-ray
Polyband/WVG, 2016
Regisseur(e): Joe Kennedy, Tom Stephens
Spieldauer: 100 Minuten
7,99 €

Zur Rezension ...


29. August 2016

Happy Birthday Yellowstone

100 Jahre National Park Service bedeutet auch 100 Jahre Yellowstone.
Der Yellowstone-Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Welt. Zum Geburtstag gab es zahlreiche Feierlichkeiten.
Ich selbst war zum ersten Mal vor ca. 40 Jahren in Yellowstone, als ich während meiner Semesterferien kreuz und quer durch die USA fuhr. In den nächsten Jahrzehnten besuchte ich sämtliche US-Staaten (mit Ausnahme von Hawaii) und lebte längere Zeit u.a. in Alaska, Maine, New Mexico, Arizona und natürlich in Montana/Wyoming. Yellowstone war und ist mein Lieblingspark, wenngleich er heute mit 4 Mio. Besuchern jährlich deutlich "voller" ist als vor 40 Jahren. Aber sobald man ein wenig abseits der üblichen Wege läuft, ist man immer noch wunderbar allein.

Ich möchte an dieser Stelle auch einmal all meinen Gästen danken, denen ich Yellowstone und seine Tierwelt zeigen durfte: den Gruppen, den Einzelgästen, die ich geführt habe, und besonders natürlich meinen eigenen Wolfsreise-Fans, von denen viele Wiederholer geworden sind.

Ich stelle euch hier einmal einen Artikel über Yellowstone ein, den ich im Jahr 2000(!) für das America Journal geschrieben habe, um für meine Wolfsreisen zu werben. Heute muss ich dafür nicht mehr werben :-) In diesen Artikel habe ich Fotos gestellt von meinen Yellowstone-Gästen der letzten Jahre. Es ist nur eine Auswahl. Aber vielleicht findet sich der eine oder andere wieder und erinnert sich an eine schöne Zeit.



Der Ruf des Wolfes
Wolfsbeobachtungen im Yellowstone National Park
„Yellowstone“ - Gelber Stein, Land aus Feuer und Eis. Ein Märchenland von 250 aktiven Geysiren, heißen Quellen, zahlreichen Wasserfällen, schneebedeckten Bergen, Schlammvulkanen und mit einem unvergleichlichen Wildbestand (dem größten in den USA). Yellowstone im Winter, das ist die Zeit, in der der Park den Tieren und den wenigen Besuchern gehört, die seine wahre Schönheit trotz Temperaturen von bis zu minus 40° Celsius zu schätzen wissen.

2006
Bis vor fünf  Jahren waren es nur vereinzelte Skiwanderer, die ihren Weg in die nordöstlichste Ecke des Parks fanden. Aber seit 1995 die Nationalparkverwaltung die ersten Wölfe in den Park geflogen hat, hat sich auch das Bild der Wintertouristen verändert. Wolfsbeobachter sind die neue Art „Touristenspezies“, mit denen die Parkverwaltung zu tun hat.

Winter 2007
Der Yellowstone National Park gilt als das einzige, völlig intakte Ökosystem Nordamerikas. Alle Tiere der Nahrungskette waren hier vorhanden - bis auf die Wölfe. Erst seit der äußerst umstrittenen und von Ranchern heftig umkämpften Wiederansiedelung von insgesamt 31 Wölfen im Winter 1995/96 ist die Nahrungskette wieder vollständig. Inzwischen gibt es im Park 118 Wölfe, die sich so stark vermehren, dass die Regierung hofft, den Wolf in diesem Teil des Landes bald von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten streichen zu können.

Mai 2007
Der beste Ort in Yellowstone, um Wölfe zu beobachten, ist das Lamar Valley im nordöstlichen Teil des Parks, das mit seiner seit fast 4000 Jahren unveränderten Landschaft und seiner Artenvielfalt auch als „Serengeti Amerikas“ bezeichnet wird. Es ist ein idealer Ort für die großen Beutegreifer. Ein weites, offenes Tal, in dem sich die meisten der 15.000 im Park überwinternden Hirsche aufhalten, umsäumt von Bergen mit Wald und ausreichender Deckung. Dieses Tal ist die Heimat zweier großer Wolfsrudel von jeweils bis zu 14 Tieren.

2008
Durch das Tal windet sich eine 47 km lange Straße mit vielen Haltebuchten, von denen aus man am besten die Tiere beobachten kann. Nähern kann man sich den scheuen Wölfen nicht. Jedoch lassen sie sich sehr gut mit einem guten Teleskop (mindestens 40-fache Vergrößerung) beobachten, fotografieren (300er bis 500er Teleobjektiv) oder filmen. Oft hat man aber auch Glück, wenn die Wölfe zum Beispiel einen Hirschen in der Nähe der Straße reißen.

2009
Die beste Tageszeit für Wolfsbeobachtungen ist die Morgendämmerung und die Zeit um und nach dem Sonnenuntergang. Echte „Wolfs-Groupies“ fahren die Straße zwischen Tower Roosevelt und dem Nordost-Eingang zu diesen Zeiten auf und ab. Da die Wölfe auch ständig von Biologen mit Telemetrieantennen überwacht werden, kann man leicht feststellen, wenn sich „etwas tut“. Dann entsteht nämlich eine gewisse Unruhe in den kleinen Gruppen und die Leute versammeln sich um die Teleskope.

2010
Neuankömmlingen werden die Wölfe gezeigt und die „Wolfsetikette“ erklärt (absolute Ruhe, kein Türen schlagen, laute Stimmen und ähnliches). Erst in der Mittagszeit – wenn die Wölfe satt und müde irgendwo im Gebüsch liegen und nicht mehr zu sehen sind – entspannt sich die Lage wieder.

2011
Dann sieht man sich meist in den Cafés und  Restaurants der umliegenden Orte wieder, oder nutzt die Chance für eine Besichtigung der verschneiten Sinter-Terrassen in Mammoth Hot Springs. Am späten Nachmittag trifft sich wieder der Clan der Wolfsbeobachter im Lamar Valley.

2011
Für Biologen und auch für die Besucher ist die Rückkehr der Wölfe eine noch nie da gewesene Gelegenheit, zu beobachten, wie eine Tierart lernt, in neuem Lebensraum zu überleben, und welche Auswirkungen dies auf die anderen Tierarten hat. Schon jetzt macht sich der Einfluss von Canis lupus bemerkbar.
2012
Die großen Wapiti-Hirsche sind scheuer geworden und ziehen sich mehr in die offenen, baumlosen Flächen des Tals zurück. Dies wiederum hat dazu geführt, dass sich die Laubbaumwälder des Parks erholen. Das frische Grün der Espen ist eine der Lieblingsspeisen der Wapitis, und man war schon dazu übergegangen, die einzelnen Espenhaine mit Zäunen vor ihrer Gefräßigkeit zu schützen. Nun hofft man, dass sich – Dank der Wölfe – auch die Espen wieder langfristig erholen.
2013
Aber auch sonst haben die Wölfe das Ökosystem verändert. Weißkopfseeadler, die im Winter früher nach Süden geflogen sind, bleiben nun im Park, weil durch die Wölfe genügend Nahrung für sie übrig bleibt.
2010
Aber nicht nur Wölfe kann man im Yellowstone Park beobachten. Neben den zahlreichen Bisons, die wegen ihrer Größe von den Beutegreifern nichts zu befürchten haben, leben hier auch mindestens elf Rudel Kojoten. Die Kojoten, die durch die Wölfe von ihrem Platz als „Top-Beutegreifer“ verdrängt wurden, zählen zu den größten Tieren ihrer Art in Nordamerika. Sie werden von den Besuchern oft mit Wölfen verwechselt. Manchmal erkennt man erst den Unterschied, wenn man das Glück hat, einen Kojoten und einen Wolf gleichzeitig zu sehen.

Winter 2014
Für die ganz Hartgesottenen lohnt sich unbedingt ein nächtlicher Ausflug ins Lamar Valley. Steigt man aus dem Wagen in die klirrende Kälte wird man mit einem glitzernden Sternenhimmel belohnt, und in der Ferne erklingt vielleicht der traurige Ruf eines einsamen Wolfes.

Informationen
Anreise aus Deutschland von allen deutschen Flughäfen bis nach Bozeman, Montana.
Der Yellowstone Park ist im Winter nur von Norden her zugänglich. Hotels findet man in Gardiner und in Cooke City, das außerhalb des Parks am Ende vom Lamar Valley liegt. Das Mammoth Hot Springs Hotel ist ebenfalls im Winter geöffnet und bietet geführte Touren zu den Geysiren des Parks.

Mai 2014

Wolfsbeobachtung
Der beste Ort, um Wölfe zu beobachten ist das Lamar Valley im Nordosten des Parks. Hier führt auch die einzige ganzjährig geöffnete Parkstraße durch bis nach Cooke City. Die „Wolfsstrecke“ liegt zwischen der Kreuzung „Tower Junction“ und dem Nordosteingang des Parks.
Die beste Reisezeit für Wolfsbeobachtungen ist ohne Zweifel der Winter und hier ganz besonders die Paarungszeit, also zwischen Januar und März. Im Januar kann es noch sehr kalt sein. Man muss mit Temperaturen von –10° C bis –30° C und sehr viel Schnee rechnen. Es empfiehlt sich daher die Anmietung eines Allradfahrzeuges. Avis und Herz haben zu dieser Jahreszeit besonders günstige Allrad-Tarife. (Billiger ist es, die Autos von Deutschland aus zu mieten.)

Mai 2014


28. August 2016

Waldbrand am Slough Creek

Ein Waldbrand (hier, das Buffalo Fire) bewegt im Slough Creek Gebiet auf die Wolfshöhle zu. Keine Sorge, in dieser Jahreszeit ist die Wolfshöhle nicht mehr besetzt.
Nachstehende Fotos von Kathie Lynch (Standpunkt: Bobs Knob) zeigen das Ausmaß des Feuers. Man sieht den Horizontal Forest und den Diagonal Forest unterhalb der Slough Höhle.
Der Campground und die Straße zum Campground sind gesperrt.
Waldbrände gibt es jedes Jahr durch natürliche Ursachen (meist Blitzschlag). Durch die globale Erwärmung wird das Wetter auch in Yellowstone immer trockener, sodass wir in Zukunft mit sehr viel mehr Bränden rechnen müssen.





11. August 2016

Klimawandel - wie geht es mit Yellowstone weiter?

Wird es in Yellowstone bald aussehen wie in Las Vegas? Wie verändert sich der Park durch den Klimawandel?
Diese Frage stellt ein Sierra Artikel.

Lesen Sie hier ...

(Foto: Elli Radinger)

14. Juli 2016

Wolfsjagd nahe Yellowstone - keine Verdoppelung der Quote

Dies ist eine "gute" Nachricht - sofern man das von einem Staat sagen kann, in dem Wölfe ohne Limit gejagt werden dürfen:

Die Fischerei- und Wildbehörde von Montana hat einen Antrag abgelehnt, die Wolfszahlen für die Jagd nördlich von Yellowstone zu verdoppeln bzw. zu verdreifachen. Dies soll ein Kompromiss sein zwischen den Interessen von Ranchern und Jägern und den Tierschützern und Umweltgruppen.
Für die Wolfsjagd in Montana gibt es keine Limits, die Tiere dürfen dort fast das ganze Jahr über getötet werden - mit Ausnahme von dem Gebiet, das im Norden an Yellowstone grenzt (u.a. Gardiner). Hier leben zur Zeit 29 Wölfe. (Quelle)
(Foto: Yellowstone Wolfsprojekt)


10. Juli 2016

Wapiti-Wölfe

Im Hayden Valley: Wapiti 755M und Jährling (Foto: Park Ranger H. Kajitani).