1. Mai 2016

Skurril: Wapitis pfeifen wie die Ringgeister

Der Schrei der nordamerikanischen Wapitis passt so gar nicht zu ihrer imposanten Statur. Denn sie stoßen hohe, durchdringende Schreie aus, die eher wie die Rufe der Ringgeister aus dem Herrn der Ringe klingen. Wie diese Hirsche diese seltsam hohen Rufe hervorbringen, haben Biologen nun erstmals aufgeklärt.   
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Wapiti in Yellowstone (Foto © Gunther Kopp)

26. April 2016

Scarface erschossen / Wilderer noch nicht gefasst

Jetzt erst bestätigte Montana Fish, Wildlife and Parks, dass der Grizzly, der im November 2015 nördlich von Gardiner erschossen wurde, Grizzly Nr. 211 war, den alle als "Scarface" kennen.
Er konnte durch seine tiefen Narben auf der rechten Seite seines Gesichts identifiziert werden. Viele Fotografen und Wildtierbeobachter kannten den mächtigen Bären, der sich oft im Lamar Valley aufhielt.
In seinen besten Zeiten wog er etwa 300 Kilo. Bei seiner letzten Besenderung 2015 wog er nur noch die Hälfte. Scarface wurde 25 Jahre alt. Grizzlys stehen unter Artenschutz. Die Untersuchungen zu seinem Tod dauern noch an.

(Dieser Bär ist nicht Scarface. Foto: Marlene Foard)

17. April 2016

Surplus Killing von 19 Hirschen in WY – die Hirsche waren krank

Im letzten Monat wurden auf einem Fütterungsplatz für Wapitis 19 Hirschkadaver gefunden. Das Wyoming Game and Fish Department (WY G& F) berichtete den Medien, dass ihrer Meinung nach alle Hirsche in einer Nacht getötet worden waren, am 23. März. Das Rim Rudel mit neun Wölfen wurde als Täter angenommen. Unter den 19 Kadavern waren zwei Hirschkühe und der Rest ca. 10 Monate alte Kälber.

Nach Angaben des WY G&F fraßen die Wölfe nur wenig von den toten Tieren und ließen sie dann liegen. Daher handele es sich nach Auskunft der Behörde um einen seltenen Fall von „Surplus Killing“, bei dem Wölfe mehr Tiere töten, als sie fressen können. Die toten Hirsche wurden von den Beamten in einer Reihe aufgelegt, fotografiert und die Fotos Internet verbreitet. Und immer wieder wurde dabei die Story erzählt, dass Wölfe in einer Nacht 19 Hirsche getötet hätten. Niemand stellte die Frage, warum und vor allem warum die Wölfe ihre Beute verlassen hatten.
Wölfe verlassen normalerweise nicht ihre getötete Beute, sie fressen sie auf. Werden sie beispielsweise durch einen Bären vertrieben, kehren sie später immer wieder zurück, um den Kadaver komplett aufzufressen.
Jedoch lassen sie eine tote Beute liegen, wenn sie das Gefühl haben, dass damit etwas „nicht stimmt“, beispielsweise wenn sie vergiftet wurde oder das Tier krank war. Auf keinen Fall kommen sie wieder zurück, wenn ein Mensch den Kadaver an eine andere Stelle gezogen hat (so wie hier) und seinen Geruch hinterlassen hat. Die toten Hirsche, die die Wölfe über Monate hinweg hätten ernähren können, wurden von den Behörden auf einer Müllhalde entsorgt. Dort verrotten sie und die Beutegreifer müssen erneut Hirsche töten, um zu überleben.
Und noch etwas ist wichtig und wurde nicht in den Medien verbreitet. Die getöteten Wapitis waren vermutlich krank. In WY gibt es 23 öffentliche Plätze, wo im Winter Hirsche gefüttert werden.
Diese Fütterungsgründe sind äußerst umstritten, weil sich hier viele Krankheiten verbreiten. In diesem Winter war es die Hufrehe. In manchen Gebieten starben daran mehr als 160 Wapitis.
Die Hirschpopulation in WY ist extrem hoch. Normal sind weniger als 80.000 Tiere, in diesem Jahr allein sind es 114.600, das sind 44 Prozent mehr als normal. Vorhersagen, dass die Rückkehr der Wölfe die Hirschpopulation dezimieren würde, treffen nicht zu. Wölfe sind keine Bedrohung und die Hirsche vermehren sich weiterhin massiv – nicht zuletzt auch durch die unnatürliche künstliche Winterfütterung. Dennoch sind die Aussichten für Wapitis schlecht, weil sich unter den Hirschen die tödliche Chronic Wasting Desease CWD ausbreitet, eine hoch ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit ist inzwischen bis auf neun Meilen an Yellowstone herangekommen. Das Wichtigste, was jetzt getan werden müsste, wäre, alle Fütterungsplätze in WY zu schließen.
Die Ironie ist also, dass die Wölfe die Einzigen sind, die die Krankheit aufhalten können. Sie verjagen die Hirsche von den Fütterungsplätzen und töten die kranken und schwachen Tiere.
(Foto © Elli Radinger)

9. April 2016

Banff-Nationalpark - Zu forsche Wölfe nähern sich Menschen

Im Banff-Nationalpark sorgt ein zu keckes Wolfsrudel für Besorgnis. Die Tiere haben sich Menschen genähert und auch von Müll ernährt.

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29. März 2016

Wyoming: Wölfe töten 19 Hirsche in einer Nacht

In Wyoming hat ein Wolfsrudel auf dem McNeel Elk Feedground 17 Hirschkälber und 2 Hirschkühe getötet.
In diesem offenen Wildtiergehege werden den Winter über Hirsche gefüttert - teilweise auch als Touristenattraktion. In diesem Jahr sind hier bereits zwischen 70 und 75 Tiere von Wölfen getötet worden, jedoch nicht in derart hoher Anzahl auf einmal. Fütterungsgehege sind bei Tierschützern umstritten, weil eine Winterfütterung nicht natürlich ist und sich dort auch vermehrt Krankheiten ausbreiten.
In diesem Fall handelt es sich offensichtlich um das Phänomen des "Surplus Killings", das ich bereits im Wolfsblog ausführlich beschrieben habe.

25. März 2016

Junction Wölfin 995F erschossen

Wieder einmal muss ich den Tod eines Yellowstone-Wolfes bekanntgeben.
Die Wölfin 995F - ein Jährling der Junctions - wurde gestern LEGAL erschossen.
Sie war während der Paarungszeit von der Leitwölfin aus dem Rudel vertrieben worden, weil es zu viele paarungsfähige Weibchen in der Gruppe gab. Auf sich allein gestellt, wanderte die Wölfe auf der Suche nach Futter aus dem Park heraus und tötete Nutztiere. Dabei wurde sie erschossen. Besonders tragisch ist, dass 995 trächtig war.
Ein Video der Wölfin, das im Februar gedreht wurde, seht ihr hier.

Junction 995F 02-02-2016 from Melba Coleman on Vimeo.