17. April 2014

Wolfshasser tötet Bison auf seinem Grundstück

Bill Hoppe hat bei seinem Haus in Jardine einen Bisonbullen getötet.
Nach einer gerichtlichen Entscheidung dürfen Bisons, die aus Yellowstone herauswandern, bis zum 1. Mai nicht getötet werden. Leute, die die Tiere nicht auf ihrem Grundstück haben wollen, müssen berittene Beamte von Montana Fish, Wildlife & Parks (FWP) rufen, die sie dann vertreiben.
Am Freitag sah Hoppes Frau drei Bisons bei ihrem Haus und sorgte sich um die Sicherheit ihres Hundes, der außerhalb angekettet war. Sie rief ihren Mann, der versuchte, die Bisons fortzujagen. Nach eigenen Angaben erschoss er einen von ihnen, als der ihn angriff. Danach rief er die Leute FWP, die die restlichen Bisons in den Park zurück trieben.
Der Bison wurde ausgenommen, das Fleisch an eine gemeinnützige Organisation geschickt, die Eingeweide blieben im Hof liegen.
Ein Sprecher des FWP betont, dass Bisons normalerweise nicht aggressiv reagieren außer, wenn sie ihre Jungen verteidigen. Es könnte sein, dass die Bisons – gerade durch das ständige Fortreiben durch die Beamten – gereizter reagiert haben.
Auch wenn Bisons in Gardiner und Umgebung bis zum 1. Mai nicht getötet werden dürfen, genießen sie keinen rechtlichen Schutz. Das heißt, wenn sich jemand bedroht fühlt, darf er sie erschießen. Hoppe ist bekannt geworden, als er im letzten Frühjahr einen von zwei Yellowstone-Wölfen getötet hat, die angeblich seine Schafe angegriffen haben. Er ließ die Schafskadaver auf seinem Grundstück liegen und lockte so die Wölfe an. (Bozeman Chronicle, 15. April)

Große Frage:
Hoppe wollte seinen Hund verteidigen (der immer noch an der Kette ist) und hat den Bison erschossen. Er lässt genau dort einen Berg frischer Eingeweide liegen. Warum wohl? Das lockt die von ihm so gehassten Wölfe an, und wenn er dann erneut seinen Hund bedroht sieht, was wird er dann wohl tun???
Ich schlucke alles herunter, was ich jetzt dazu sagen möchte, und überlege mir gerade Stoff für einen Krimi in der Art: Guter Cowboy (weißer Hut) wird zum Rächer aller getöteten Wölfe und Bisons und bringt sämtliche Wolfs- und Bisonkiller (schwarze Hüte) um ...

16. April 2014

Das Märchen vom Wolf



Eigentlich sollten die großen Raubtiere vom Löwen bis zum Wolf die Ökosysteme, in denen sie leben, stark formen. Aber die Natur hält sich nicht immer an die Spielregeln.
Im Sommer 2008 fuhr Kristin Marshall, damals noch Studentin, durch den Yellowstone-Nationalpark in Wyoming. Sie kontrollierte regelmäßig die Weidensträucher im Park – vor allem um herauszufinden, wie häufig Rothirsche daran gefressen hatten. Marshall parkte am Straßenrand und wollte gerade zu einer ihrer Forschungsstätten wandern, als sie zufällig zwei Frauen begegnete. Die Schwestern aus dem Mittleren Westen fragten, was sie gerade mache, und sie antwortete: "Ich bin eine Wissenschaftlerin und erforsche diese Weiden da unten." Die Touristinnen schwärmten: "Wir haben eine Naturdokumentation rund um das Thema im Fernsehen angeschaut. Und darin hieß es, dass es den Weiden viel besser geht, seitdem die Wölfe ins Ökosystem zurückgekehrt sind." Marshall hielt kurz inne. "Ich wollte nicht sagen: 'Nein, da liegen sie falsch – tatsächlich steht es nicht so gut um sie'." ...

Über neue Erkenntnisse zur sog. "Ökologie der Angst" berichtet dieser ausgezeichnete Artikel in "Spektrum".


9. April 2014

Flüchten Bisons vor bevorstehendem Vulkanausbruch?

Seit Tagen schürt ein auf YouTube veröffentlichtes Video von massenhaft flüchtenden Bisons im Yellowstone Nationalpark in den USA die Angst vieler, dass das Yellowstone- Snake- River- Vulkansystem kurz vor einer Eruption steht. Nun hat sich die Leitung des Nationalparks an die Öffentlichkeit gewandt und Entwarnung gegeben.
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Und auch hier wieder eine Weltuntergangsmeldung.
Vulkan Yellowstone könnte Ende der Welt verursachen
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Dazu kann ich nur sagen: Wir haben schon immer in Yellowstone Erdbeben, ca. 2000 im Jahr. Mal mehr, mal weniger. Offensichtlich gibt es momentan nichts Wichtigeres zu berichten, dass die Medien das Thema wieder einmal aufgreifen.
Nur - wenn tatsächlich der Yellowstone Supervulkan ausbricht - werden wir uns in Europa auf eine sehr lange Eiszeit einstellen können.

7. April 2014

Wolfszahlen in den Nördlichen Rocky Moutains

Der U.S. Fish and Wildlife Service hat die aktuellen Wolfszahlen für Ende 2013 bekannt gegeben. Danach sind die Wolfszahlen seit 2011 (Streichung von der Artenschutzliste) um 6 Prozent zurückgegangen.
Hier die aktuellen Zahlen und die Veränderungen in den letzten zwei Jahren.
  • Idaho: 659 Wölfe; 14 % weniger
  • Montana: 627 Wölfe, 4 % weniger
  • Oregon: 61 Wölfe; 110 % mehr (geschützt)
  • Utah: keine Wölfe, keine Veränderung
  • Washington: 38 Wölfe, 46 % mehr (geschützt)
  • Wyoming: 306 Wölfe, 7 % weniger
Gesamtzahl Northern Rockies: 1.691 Wölfe, 6 % weniger

23. März 2014

Yellowstone-Treffen

Am Samstag fand in Bischoffen-Niederweidbach (Lahn-Dill-Bergland) das erste Treffen der "Freunde der Yellowstone-Wölfe" statt, das in dieser Form regelmäßig stattfinden soll.
Ich danke allen fürs Kommen, für die schönen Mitbringsel, die braven vierbeinigen Begleiter und für einen wunderschönen Tag.

 
Foto: Elli Radinger

 
Foto: Josef Schmahl

20. März 2014

Yellowstone: Sieg für Bisons

Gericht bestätigt: Bisons dürfen aus dem Park wandern, ohne getötet zu werden.

Der Oberste Gerichtshof von Montana hat am 12. März ein Urteil vom Februar 2012 bestätigt, nach dem wilde Bisons aus dem nördlichen Teil des Yellowstone-Parks herauswandern dürfen, ohne getötet zu werden. Das Gardiner Basin ist für Bisons wichtiges Habitat, in das sie auf uralten Wegen in jedem Winter und frühem Frühjahr wandern, um zu überleben.

17. März 2014

Ein Heim für Mutter und Kind

Die Junctions haben angefangen, eine Geburtshöhle zu graben - bei der alten Geburtshöhle der Sloughs. Das sind wunderbare Nachrichten für die Wolfsbeobachtungen im Mai, denn dort können die Wölfe ungestört beobachtet werden, wenngleich auch nur aus großer Entfernung. Gut für sie, denn so haben sie ihre Ruhe vor allzu aufdringlichen Fotografen.


13. März 2014

Video: Straßenblockade aus Protest gegen das Töten der Bisons

Dieser mutige junge Mann hat die Straße blockiert zwischen dem Stephens Creek Gehege, in dem die Bisons gefangen gehalten werden, und der Hauptstraße, auf der sie zum Schlachthof transportiert werden.
Der Film zeigt ein Interview und wie er anschließend verhaftet wurde. Ein Kompliment für die "Bison-Engel", die für das einstehen, was richtig ist:


)

8. März 2014

Töten ohne Gnade

Jäger töten brutal hoch trächtige Bisonkühe und lassen die Reste der Tiere verrotten. Dieser Fötus eines perfekt geformten Bisonbabys wurde mit den Überresten seiner Mutter zum Abfall geworfen.
Da bleibt nur noch Fassungslosigkeit ...

(Foto: Stephanie; BFC)

Vielleicht sollte ich noch hinzufügen: Ich esse Fleisch (auch Bisonfleisch) und ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn die Indianer ihre uralten Rechte ausüben und Bisons töten, um sie zu essen. Leider ist das Töten in Gardiner und West Yellowstone völlig außer Kontrolle geraten, es wird maßlos und äußerst brutal getötet, und die Tiere werden respektlos geschlachtet. Das ist es, was mich so aufregt. Ich werde ausführlich zum Thema - und den Konsequenzen, die ich daraus gezogen habe - im Buch Yellowstone Live Februar 2014 berichten. Allerdings wird das Buch erst im Sommer erscheinen.